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Vertriebspartner-Mediathek für EWE & osnatel

Enterprise-Mediathek für Vertriebspartner: Kampagnenfilme verwalten, gezielt zuweisen und im Shop wiedergeben — mit Template-basierter Content-Erstellung und durchgängigem Rollenmodell. Als CTO und Alleinentwickler von der Planung bis zum Betrieb umgesetzt.

Rolle
CTO / Alleinentwickler, Vidama GmbH
Zeitraum
12/2021 – 01/2024
Stack
Java, Spring Boot, Vaadin, PostgreSQL, Docker, CI/CD

Problem & Kontext

Die Vertriebspartner von EWE und osnatel benötigten zentral verwaltete Marketingmedien mit regionaler Kontrolle. Kampagnenfilme mussten sich zentral pflegen, aber differenziert zuweisen lassen: Nicht jeder Standort darf jede Kampagne zeigen, und was am Point of Sale läuft, hängt von Region, Partner und Freigabe ab.

Vor dem Projekt liefen diese Abläufe verstreut und manuell — Medien wurden per Datei verteilt, Zuständigkeiten waren unklar, und jede neue Kampagne bedeutete Handarbeit an vielen Stellen. Gesucht war eine Anwendung, die drei Dinge zusammenbringt: eine gepflegte Medienbibliothek, ein klares Berechtigungsmodell und die Wiedergabe direkt im Verkaufsprozess.

Architektur-Entscheidungen

Entstanden ist eine Enterprise-Webanwendung mit durchgängigem Rollenmodell und Shop-Integration. Drei Entscheidungen prägen die Umsetzung.

Ein durchgängiges Rollenmodell

Die Anwendung unterscheidet klar zwischen Administratoren, Vertriebspartnern und Beauftragten. Administratoren pflegen den zentralen Medienbestand und die Freigaben; Vertriebspartner sehen und nutzen nur, was für sie freigegeben ist; Beauftragte handeln delegiert im Rahmen ihres Partners. Dieses Modell zieht sich durch die gesamte Anwendung — von der Ansicht über die Zuweisung bis zur Wiedergabe — und ist die Grundlage für die regionale Kontrolle, die der Fachbereich verlangt hat.

Template-basierte Content-Erstellung

Statt jede Kampagne von Grund auf zu produzieren, entstehen neue Inhalte aus Vorlagen. Das war die entscheidende Skalierungsentscheidung: Bei vielen Partnern und Regionen wäre manuelle Einzelproduktion nicht handhabbar gewesen. Über Templates bleibt die Pflege beherrschbar und die Ausgabe konsistent im Marken-Look.

Shop-Integration und Point-of-Sale-Wiedergabe

Die Mediathek endet nicht in einem Archiv, sondern spielt die freigegebenen Kampagnenfilme direkt im Shop am Point of Sale aus. Medienverwaltung und Wiedergabe leben damit in einer Oberfläche statt in getrennten Systemen — ein bewusster Schnitt, der den Übergabepunkt zwischen „Inhalt pflegen“ und „Inhalt zeigen“ eliminiert.

Technisch ist das eine containerisierte Java-/Spring-Boot-Anwendung mit Vaadin-Frontend und PostgreSQL als Datenhaltung, ausgeliefert über eine CI/CD-Pipeline.

Tradeoffs

Als alleiniger Entwickler und CTO habe ich die Architektur bewusst auf Betriebseinfachheit statt maximale Funktionsbreite ausgelegt.

  • Vaadin als serverseitiges UI-Framework hält Frontend und Backend in einem Java-Stack zusammen. Für ein Ein-Personen-Team ist das ein großer Gewinn: kein separates Frontend-Ökosystem, keine doppelte Modellpflege. Der Preis ist weniger Freiheit bei hochgradig individuellen UI-Interaktionen — für eine formular- und listengetriebene Enterprise-Anwendung ein guter Tausch.
  • Ein einzelner, containerisierter Deployment-Pfad statt einer Microservice-Landschaft: einfacher zu betreiben, einfacher zu überblicken, leichter wartbar von einer Person. Skalierung wäre komplexer — war aber für den Nutzungsrahmen nicht die bindende Anforderung.
  • Template-Vorlagen statt frei gestaltbarer Kampagnen: etwas weniger kreative Freiheit im Einzelfall, dafür konsistente Marke und beherrschbare Pflege über viele Partner hinweg.

Ergebnis & Stand

Die Plattform ist in produktivem Einsatz bei den Vertriebspartnern von EWE und osnatel. Kampagnenfilme werden zentral eingestellt, regional zugewiesen und am Point of Sale abgespielt — der Kreislauf aus Pflege, Freigabe und Wiedergabe läuft ohne manuelle Zwischenschritte.

Als CTO der Vidama GmbH war ich der einzige Entwickler und habe die gesamte individuelle Softwareentwicklung verantwortet — von der Planung über die Umsetzung bis zur Wartung. Das Projekt steht exemplarisch für die Rolle, in der ich damals gearbeitet habe: technische Gesamtverantwortung für eine Enterprise-Lösung, allein umgesetzt, im Betrieb bewährt.